Die letzten Jahre haben eine unglaubliche Dynamik in den Kulturstandort am früheren Grenzübergang Invalidenstraße getragen. Bis zur Wiedervereinigung interessierten sich nur wenige für das alte Bahnhofsgebäude. Ab 1847 fuhr der erste Zug gen Hamburg, 1906 bereits der letzte. Der Bahnhof war zu klein geworden. Heute sind die historischen Hallen ein angemessener Rahmen, um zeitgenössische Kunst und sogar umfangreiche Rauminstallationen zu präsentieren. Dauerhaft werden Werke von Roy Lichtenstein, Anselm Kiefer, Andy Warhol und Joseph Beuys präsentiert.
Hinzu kommt die bedeutsame und nicht weniger umstrittene Sammlung der klassischen Moderne von Friedrich Christian Flick. Kritiker werfen der so genannten Flick-Collection vor, sie sei zu großen Teilen aus NS-Geldern finanziert, da Flicks Großvater Friedrich mit der Ausbeutung von Zwangsarbeitern im Dritten Reich enorme Reichtümer erworben habe. Von „Blutgeld“ ist die Rede, das an der Sammlung klebe. Befürworter betonen im Gegenzug den Gewinn für die Berliner Museumslandschaft und warnen vor einer Vermischung von Kunst und Politik. Man dürfe großartige Werke von Künstlern wie Martin Kippenberger oder Bruce Nauman der Öffentlichkeit nicht vorenthalten, so das Credo.
Wie auch immer man zu dieser Thematik stehen mag, im Hamburger Bahnhof werden einmal mehr die Widersprüche und Schwierigkeiten im Umgang mit der deutschen Geschichte sichtbar. Vollkommen unbeschwert einkehren lässt es sich dagegen im populären Café-Restaurant von Sarah Wiener, der wohl bekanntesten Fernsehköchin Deutschlands.

Quelle: „Berlin. Sehenswürdigkeiten und Museen“, Grebennikov Verlag
Foto oben: Alexander & Natalia Grebennikov © Grebennikov Verlag

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