Perspektiven: Vielfalt an der Rummelsburger Bucht

Das Spree-Areal direkt vor der Rummelsburger Bucht ist für mich eines der interessantesten Gebiete am Wasser. Die Lage markiert den Übergang von den innerstädtischen Bezirken zum Stadtrand. Während die Silhouette des Zentrums noch nahe ist, breitet sich schon das üppige Grün des Spreeparks aus. Gleichzeitig verbreitert sich die Spree flächenmäßig hier besonders attraktiv mit der schwungvollen Flusskurve und der Verlängerung in den Rummelsburger See hinein. Die kleinen Inseln und die große Insel der Jugend unterstreichen die räumliche Unübersichtlichkeit und geben dem Areal Naturcharakter. Kontrastierend dazu die industrielle Struktur am Ufer mit Zement- und Kraftwerk und auf dem Wasser mit der MBS (Märkischen Bunker und Service) und etlichen Schubern, die dort liegen.

Diese erstaunlich kontrastreiche Atmosphäre erlebt man im Sommer auch am eindrucksvoll diversifizierten Wasserverkehr - das gut funktionierende Durcheinander von Tret-, Ruder-, Sportbooten, Fahrgast- und Güterschiffen ist ziemlich großartig. Interessanterweise schreibt sich damit auch der historische Charakter fort. Im ausgehenden 19. Jahrhundert siedelten sich hier die ersten Wassersportvereine und Bootsbauer an, gleichzeitig schipperten Fahrgastschiffe zigtausend Erholungssuchende zum Zenner und den benachbarten Gaststätten und auch die Industriebetriebe am Wasser entstanden.

Und heute? Mit "Hafen und Hof" ist direkt neben der MBS ein moderner Mischbetrieb entstanden, der sowohl eine Buswaschanlage als auch eine sehr gelungene Marina und die Gastronomie "Hafenküche" betreibt. In dessen Nachbarschaft wollen die „Spreestudios“ zukünftig den Bootsbereich weiter entwickeln. Geplant ist ein Treffpunkt für Liebhaber historischer Boote mit Liegeplätzen und Bootsrestaurierungsbereich, auch Künstlerateliers und Veranstaltungsräume sind angedacht. Gesucht werden derzeit aber noch "Visionäre" für die Projektentwicklung.

Ein kurzes Stück weiter stadtauswärts entsteht bereits der neue Standort der Fahrgast-Reederei Riedel, die vom Landwehrkanal wegzieht. Die Bauarbeiten für ein Hafenbecken, eine Schiffshalle sowie ein Verwaltungsgebäude direkt zwischen Kraftwerk Klingenberg und dem Rundfunkgebäude Nalepastraße sind in vollem Gang, der Umzug soll in 2012 erfolgen.

Wie überall macht auch auf dem Wasser die Vielfalt die Atmosphäre aus. Vor der Rummelsburger Bucht scheint das auch in Zukunft gut aufzugehen.

 

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