Neue Bootsstege in der Rummelsburger Bucht – privater Anlauf für die "Wasserstadt"

In der Rummelsburger Bucht entstehen diverse neue Bootsstege. Klingt banal, ist aber eine nicht uninteressante Entwicklung angesichts der mit großen Posaunen angekündigten Visionen der "Wasserstadt Rummelsburger Bucht" und ihrem kompletten Absaufen im Orkus der Geschichte.

Bootsstege in der Rummelsburger BuchtIm Jahr 2003 wurden sie der Öffentlichkeit vorgestellt: Schwimmende Häuser! Die "Floating Homes" waren das Leuchtturmprojekt, geplant im großen Stil für die Rummelsburger Bucht und intendiert als Imagepolitur der angekratzten landeseigenen "Projektentwicklungsgesellschaft Wasserstadt GmbH". Ganz besoffen war man von derartig modernen, wasserbezogenen Entwicklungsideen für Berlin. Zuerst wurde die Realisierung der Schwimmenden Häuser für 2007 angekündigt, dann für 2008 und dann war klar: hier passiert gar nix mehr.

Während am Ufer überwiegend hässliche Häuser hochgezogen wurden, tat sich auf dem Wasser gar nichts. Doch nun wachsen plötzlich Bootsstege an den beiden Seiten in den See hinein – und zwar ausschließlich auf Privatinitiative. Die Bootsstege am südwestlichen Ende gehören zu den Reihenhäusern, die größeren Stege an der nördlichen Seite werden derzeit von einem Verein gebaut. Bezeichnenderweise gehen beide Initiativen von Leuten aus, die auch beruflich auf dem Wasser zu tun haben. Die vermiefte Kleinbürger-Stimmung, die bisher in der Rummelsburger Bucht von Landseite aus regierte und jegliche Wassernutzung negierte, wird endlich aufgebrochen.

 

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