Potsdams Probleme mit dem Wasser: Seefestspiele ziehen an den Wannsee

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Egal, was die Stadt Potsdam derzeit am Wasser macht, es geht in die Hose.

Die geplante Seebühne an der Halbinsel Hermannswerder im Süden von Potsdam zieht an den Wannsee. Konzertveranstalter Peter Schwenkow verlegte jetzt nach sieben Monaten ergebnisloser Verhandlungen die Bühne für die Seefestspiele an den Berliner Wannsee – die Tickets dafür werden bereits verkauft.

Das Openair-Spektakel sollte nach Vorbild der Bregenzer Festspiele am Bodensee für die Stadt Potsdam ein neues Kulturhighlight etablieren. Doch die Proteste von Naturschützern und die mangelnde Unterstützung der Potsdamer Stadtverwaltung haben es jetzt vereitelt. Dabei hatte die Stadtverwaltung noch im November nach intensiven Vorgesprächen schriftlich bestätigt, dass naturschutzrechtlich "keine Sollbruchstellen erkennbar seien, die gegen eine grundsätzliche Genehmigung" sprechen.

Die Pannenpolitik der Stadt Potsdam zementiert sich damit weiter fest. Immer wieder werden dem Denkmalamt rechtswidriger Steuergeschenke vorgeworfen (prominentester Kritiker dazu war bereits 2007 Günther Jauch), im Desaster-Debakel um den öffentlichen Uferweg am Griebnitzsee musste sich die Stadtverwaltung sogar vom Richter attestieren lassen, von Anfang an schwere Fehler gemacht und sich selbst überschätzt zu haben. Auch Geld scheint keine große Rolle zu spielen, anscheinend hat man aus Sicht der öffentlichen Hand davon mehr als genug: Über drei Millionen Euro gibt die Stadt nun für die Uferwege aus – und verzichtet gerne auf 2,5 Millionen Investition von der Seebühne. Im kleinen Maßstab schreibt sich das munter fort. Der Yachthafen Potsdam will aktuell in eine Fäkalienabsaugstation investieren (was praktisch und ganz schlicht gesagt auch bedeutet, dass damit Scheiße nicht direkt in die Havel geleitet wird), dafür wird ihm aber ein notwendiger Steg verweigert – Argument: er beeinträchtige das Landschaftsbild.

Seebühnen-Veranstalter Peter Schwenkow wunderte sich gegenüber dem Tagesspiegel auch über die Einwände der Naturschützer: Er bespiele seit 35 Jahren die Waldbühne, "wo sich mit der Murellenschlucht ebenfalls ein Naturschutzgebiet in unmittelbarer Nähe befindet." Potsdam ist und bleibt also ein Paradies für hartgesottene Kleingeister.

 

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