Dresscode und Berlinale

If you don't dress up for Giorgio who would you dress up for?

Frida WeyerNeulich hatten wir ein Interview mit Melissa Drier, einer amerikanischen Journalistin, die vor 25 Jahren aus New York nach Berlin umgezogen ist. Melissa berichtet auf Englisch für eine Fachpublikation Women's Wear Daily und unterstützt lokale Designer mit beeindruckendem Einsatz und Know-How. Wir sprachen über Straßenbild Berlins und positive Änderungen in dem Modeempfinden der Hauptstadtbewohner. Melissa erzählte eine wunderbare Geschichte. Sie wurde zu der Retrospektive von Giorgio Armani eingeladen, die 2003 nach dem New Yorker Guggenheim-Museum auch in der Berliner Nationalgalerie Station machte. Und Melissa tat es im Stil. Sie war erstaunt zu sehen, dass sie ziemlich die einzige unter den hochkarätigen weiblichen Gästen war, die ein Cocktail-Kleid getragen hat. Nicht dass sie empört oder sehr überrascht war, schließlich sprachen wir immer noch über die ungezwungene und eigenartige Weise der Berlinerinnen, die sie auch schätzte. Ihr humorvollen Kommentar "Well if you don't dress up for Giorgio, who'd you dress up for?" konnten wir allerdings nicht wirklich beantworten.

Dresscode ist eine wunderbare Erfindung, eine Art Richtlinie, eine Garantie, dass man sich nicht wie ein Außerirdischer auf dem roten Teppich fühlt. Wer allerdings den Dresscode ignoriert, gilt entweder als chic und revolutionär (meistens Männer), oder als unhöflich. Die Gratwanderung ist schmal.

Nächste Woche sehen wir viel Glanz und Glamour. Die Berlinale fängt an, und jeden Abend laufen über den roten Teppich Stars und Sternchen. Es ist in der Tat ein wenig besser geworden, und sie können sich mit den teilnehmenden Divas von der Golden Globe Verleihung oder gar Oscars sehen lassen. Manchmal geht es over the top, aber wir lernen nun schnell dazu. Nicht jede muss in Armani (we love you Giorgio!) oder Valentino laufen. Es gibt wunderbare neue Labels, elegant und cool zugleich. Hier ist unsere Auswahl, liebe Ladies mit der Einladung an den roten Teppich, unser Styling-Tipp sozusagen (denken Sie auch an den Dresscode?) – das schöne dabei ist, dass die meisten Designer in der Hauptstadt ihr Studio haben, insofern soll die Anprobe recht problemlos verlaufen, last minute Änderungen inklusive. Haben wir doch gerne gemacht. Und wir freuen uns auf den unangestrengten Glamour und Traumkleider, die noch nie so nah und greifbar waren.

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Bildnachweise:

  1. Dawid Tomaszewski
  2. Frida Weyer
  3. Kaviar Gauche
  4. Lala Berlin
  5. Michael Michalsky
  6. mongrels in common
 

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