Neue Synagoge

Einen markanten Blickfang bietet die goldene Kuppel der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße, die als „Centrum Judaicum“ eines der wichtigsten und lebendigsten Gebäude für die jüdische Gemeinde Berlins darstellt. Dem Bau ging einer der ersten Architekturwettbewerbe Deutschlands voraus, aus dem allerdings kein Sieger ermittelt werden konnte. Daher übernahm der Vorsitzende der Wettbewerbsjury, Eduard Knobloch, die Bauausführung für die neue Dominante der Straße, in der mehr als 3.200 Gläubige Platz finden sollten. An den maurischen Stil der Synagoge lehnte sich wenig später ebenfalls das nahe gelegene Postfuhramt an.

Mutig verjagte der Polizeireviervorsteher Wilhelm Krützfeld die Brandstifter der SA in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 und verhinderte die Zerstörung der Synagoge in der „Reichskristallnacht“ genannten Pogromnacht. Eine Tafel an der Außenmauer erinnert an sein entschlossenes Eingreifen. Der Besuch des Museums informiert über das jüdische Leben in der Spandauer Vorstadt und über das Schicksal des Gebetsraumes, der in einer Bombennacht vernichtet wurde, nur die Vorderfront ist erhalten geblieben. Im Hof ist der vollständige Grundriss nachgezeichnet, um die ursprünglichen Dimensionen nachvollziehbar zu machen. Die zentrale Position im Stadtbild lässt sich bestens bei einem Besuch der Kuppel nachvollziehen, der einen hervorragenden Rundumblick beschert.

Adresse: Neue Synagoge, Oranienburger Str. 28-30, 10117 Berlin

Aus: Eichhorn, Peter & Götz, Thomas: Berlin. Sakrale Orte. Grebennikov Verlag, 2010. ISBN: 978-3-941784-09-3

 

Orte aus dem aktuellen Artikel: Adresse, Karte, Routenplanung

Sie sind hier

Hauptseite > Gehen & Sehen > Berlin. Sakrale Orte > Neue Synagoge

Archiv

Gehen & Sehen: Multikriterien- und Volltext Suche