St. Hedwigs-Kathedrale

Eine katholische Kirche hat es nie leicht im protestantischen Berlin. Friedrich II. wollte sein „Forum Fridericianum“ aus Staatsoper, Prinzenpalais und königlicher Bibliothek um ein „Pantheon“ bereichern. Die Ähnlichkeit von St. Hedwig mit dem Tempel Kaiser Hadrians in Rom ist tatsächlich unverkennbar.

Zugleich plante der König eine schlaue diplomatische Geste: Er führte Krieg, um das wirtschaftlich starke Schlesien nach Preußen zu holen. Damit die Schlesier sich willkommen fühlten, ließ der damals noch junge „Alte Fritz“ eine katholische Kirche errichten, um sie nach der Schutzpa-tronin der Schlesier zu benennen, der heiligen Hedwig von Andechs.

Der 1747 begonnene Bau geriet immer wieder ins Stocken, denn die Gelder wurden knapp. König Friedrich benötigte sie für seine Feldzüge, da halfen auch die üppigen Spenden aus ganz Europa nicht, die das katholische Bauwerk unterstützen sollten. Verwalter hatten Gelder veruntreut, und eine Spendenlotterie 1755 brachte nicht den erhofften Geldsegen, so dass die Bauarbeiten eingestellt werden mussten. 1769 machte die jüdische Gemeinde von Berlin ein Kaufangebot, um das Haus als Synagoge zu vollenden. Schließlich sorgte Papst Klemens XIV. für neue Spenden, und St. Hedwig konnte 1773 endlich fertiggestellt werden.

Seit 1930 ist St. Hedwig römisch-katholische Bischofskirche. Der in Oberkirche und Unterkirche aufgeteilte Raum besticht zudem durch eine ungewöhnliche moderne Inneneinrichtung.

Bebelplatz, 10117 Berlin, U2 Hausvogteiplatz, Öffnungszeiten: tägl. 10-17 Uhr

Aus: Eichhorn, Peter & Götz, Thomas: Berlin. Sakrale Orte. Grebennikov Verlag, 2010. ISBN: 978-3-941784-09-3

 

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