St. Matthäus-Kirche

Umringt von den zeitgenössischen Gebäuden der Philharmonie, der Neuen Nationalgalerie und weiteren Museen am Kulturforum, wirkt die alte Kirche ein wenig verloren. Wo sind die Häuser, in denen die Mitglieder der Kirchengemeinde wohnen könnten?

Es gibt sie nicht mehr. Ursprünglich umgaben die Kirche recht eindrucksvolle Wohnblöcke und Villen für Diplomaten, Hofbedienstete und Galeristen. Der südliche Tiergarten trug den Beinamen „Geheimratsviertel“ und fiel den Bauplänen der Nazis für ihre Welthauptstadt „Germania“ zum Opfer. 

Eine eigenständige St. Matthäus-Gemeinde gibt es heute nicht mehr, sie gehört heute zur Zwölf-Apostel-Gemeinde, weswegen der zeitlos wirkende Bau im romanischen Stil Oberitaliens Bestandteil der Kunstlandschaft am Platz geworden ist. Skulpturen und Gemälde werden im Inneren präsentiert, und für einen geringen Obolus darf der Glockenturm bestiegen werden, wo sich von der Balustrade ein guter Blick auf das moderne Umfeld bietet. Das freundliche Personal warnt den Besucher stets, dass er sich zur vollen und halben Stunde nicht im Treppenhaus aufhalten möge, da sonst die Beschallung durch das Glockengeläut sehr heftig wahrgenommen würde. Regelmäßig rufen die Glocken immer noch zu Andacht und Predigt am Kulturforum.

Adresse: St. Matthäus-Kirche, Matthäikirchplatz 1, 10785 Berlin, U2, S1 Potsdamer Platz, Öffnungszeiten: Di-So: 12-18 Uhr

 

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