Berlin ohne Bundespressestrand?

In einigen Zeitungen konnten die architektonischen Entwürfe bereits bewundert werden. Allerdings gelang es den Bildern nicht, große Beifallsstürme zu entfachen. Eher sachlich-langweilige Büroklötze für das Bundesministerium für Bildung und Forschung erzwingen die Räumung einer der bekanntesten und beliebtesten Strandbars der letzten Jahre. Der Bundespressestrand wurde zur Legende. Als improvisierter Ausschank im Schatten des Hauses der Bundespressekonferenz am Spreeufer, nahe dem Reichstag, eröffnet, mauserte sich das Konzept über die Jahre zur Party-Größe, Event-Location und zur Legende. Nun sind die Tage gezählt und die aktuellen Entwicklungen geben einen Vorgeschmack, was demnächst wohl auch dem Media-Spree-Ufer zwischen Friedrichshain und Kreuzberg blüht.

Eine kleine rebellische Dimension erhielt nun auch das Politica-Spree in Mitte, als einige Mitglieder der Occupy-Bewegung auf dem Gelände des Bundespressestrandes ihre Zelte aufschlugen. Pächterin Johanna Ismayr duldete das Camp und wies darauf hin, dass es Ok sei, solange nur alles friedlich bliebe. Aufforderungen der Behörden, die Duldung zurückzunehmen, ließen nicht lange auf sich warten.

Aber die Tage des Bundespressestrands sind gezählt, der Countdown läuft. Ende November muss das Areal geräumt werden. Zuvor findet dort noch eine große Versteigerung statt, bei der das gesamte Inventar, vom Liegestuhl bis zum 500 Quadratmeter-Pavillon, unter den Hammer kommt. Wer sich noch ein Souvenir an den berühmten Strand sichern möchte, oder noch Utensilien für Garten oder Gastronomie benötigt, findet sich am 30. November um 12 Uhr zu der finalen Auktion ein.

 

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