Inmitten gruseliger Kürbisse – Und doch dem Schlaraffenland so nah

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Halloween ist wohl mittlerweile auch in Deutschland zum ritualisierten Anlass für Party und Kommerz geworden. Spinnweben, Hexen, Kürbisse und Meuchelmörder ziehen am Abend zu Allerheiligen durch die Straßen und verlangen Süßes oder Saures, eine dürftige Interpretation des originalen trick-or-treat, welches der Nordamerikanische Raum über Schottland von dem Fest der Pomona, der Göttin der Baumfrüchte, im alten Rom bezog.

KaDeWe Berlin am HelloweenReichlich Vorfreude durften auch in diesem Jahr wieder die Gourmets und Gourmands der Hauptstadt entwickeln, da unser bewährtes Kaufhaus des Westens zur Halloween Sause rief. Die Veranstaltung wird kaum mehr beworben, sie hat es nicht nötig. Es kommen zumeist diejenigen, die immer kommen, die das KaDeWe auch sonst bevölkern und denen die Austernbar ihren legendären Ruf verdankt. Es kommt das alte Westberlin. Und das zu Recht, denn selten kommt Ottonormalberliner dem Schlaraffenland so nah. 170.- Euro betrug in diesem Jahr der Preis für die Veranstaltung, die mit opulentem Show- und Musikprogramm unterhält, während die Besucher sich auf das Wesentliche beschränken – das Schlemmen.

Allerlei ist an diesem Abend frei Verfügbar und in rauen Mengen nach Herzenslust zu konsumieren. Darf es eine Weißwurst sein? Oder doch lieber ein Hummer? Steaks, Austern oder Sushi? Herrlicher Schaumwein aus dem Hause Veuve Cliquot perlt in den Gläsern, während der übliche Andrang an der böhmischen Bierbar sich ausnahmsweise in Grenzen hält.

Die Dekoration trägt zur Stimmung bei, genauso, wie die kostümierten Darsteller. Skelettierte Piraten auf Stelzen imitieren den Fluch der Karibik, Hexen mit Saxophon bezaubern auf jazzige Art und Weise, eine Wahrsagerin irrt sich bei den Lottozahlen u8nd wie durch Geisterhand bleibt der Champagnerkelch stets gefüllt. Viele der Gäste gaben sich bemerkenswerte Mühe bei der Kostümierung und tragen ihrerseits reichlich zu einer festlich-fürchterlichen Atmosphäre bei. Nur kurz wird die Maske gelüftet, wenn es gilt, den nächsten Teller zu verspeisen. Eins ist klar: Auch im nächsten Jahr muss man wieder rechtzeitig anstehen, um sich die Tickets zum Schlaraffenland in der sechsten Etage vom KaDeWe zu sichern.

 

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