Voima - Ein Eisbrecher schippert in Schöneberg
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Es ist doch bemerkenswert, wie sich ausgerechnet Schöneberg in der letzten Zeit zum absoluten Hotspot der gehobenen Cocktail-Kultur entwickelt hat. Angefangen mit dem Urgestein schlechthin, der legendären Green Door, über die genialen Neueröffnungen, wie der genialen Salut Bar und dem mörderischen Stagger Lee, ist dennoch Platz für weitere Orte des eleganten Trinkkonsums.
Die Gegend zwischen Nollendorfplatz und Winterfeldtplatz birgt einen besonderen Aspekt für Berliner Nachtschwärmer. Die Maaßenstraße, die beide Plätze verbindet, ist gesäumt von kulinarischen Orten beständiger Mittelmäßigkeit, die dazu dienen, lästige und uninformierte Touristen abzuspeisen und sie so von den wirklichen gastronomischen Perlen fernzuhalten, wo sie die Berliner nur stören würden. Diese Perlen finden wir demnach vor allem in den Seitenstraßen und eine neue Perle gesellte sich vor wenigen Tagen hinzu: Eine Bar, deren Namen auf einen Eisbrecher in Finnland zurückgeht, Voima, öffnete just ihre Pforte.
Architekturfreunde kennen diesen Teil der Winterfeldtstraße schon längst, befindet sich dort doch ein eindrucksvolles Beispiel expressionistischer Architektur, das von Otto Spalding 1926-29 errichtete Fernsprechamt I. Damals mit 8.000 Beschäftigten, das größte Fernsprechamt Europas. Genau gegenüber leuchtet nun von Mittwoch bis Sonntag ab 18 Uhr ein einladendes Licht aus einen Bullaugen-artigen Fenster und lockt an einen vortrefflich bestückten Mixort.
Eine der versiertesten Barkeeperinnen der Stadt erfüllte sich nun einen besonderen Traum und steckte viel Herzblut und Persönlichkeit in den schönen Raum mit seinem geschwungenen Tresen und dem Bild des namensgebenden Eisbrechers. Besonders aus ihrer Zeit als herzliche Gastgeberin in der nahen Green Door Bar und zuvor der Haifischbar ist Barbara Ettel, genannt Piri, den Nachtschwärmern und Barflys der Hauptstadt ein Begriff. Sie bringt also eine Menge Erfahrung mit und daher ist jedes Detail sorgfältig überdacht, von der Champagnermarke, über den Cognac, bis zur Cocktail-Kirsche. Die gelungene Mischung der drei Zutaten lässt sich beispielsweise in ihrem wundervollen Pick Me Up hervorragend überprüfen.
Übrigens verbirgt sich hinter dem Namen und ebenjenem Eisbrecher, eine herrlich romantische und wahre Geschichte. Aber diese sollten Sie von Piri selbst erfahren.
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