Das Ei des Kolumbus ist wohl nicht golden

Was sind die entscheidenden Faktoren, die eine gastronomische Neueröffnung zum Scheitern bringen, oder zum Durchbruch verhelfen? Gold ist es jedenfalls nicht, wie die Luxus-Currywurstbude "Goldkörri" in Schöneberg erfahren musste.

Man hatte anfangs viel richtig gemacht: ein interessantes und stylisches Design des Imbisses, freundliches Personal hinter dem Tresen, freundliche und saubere Räumlichkeiten und vor allem eine ordentliche Wurst mit einer leckeren Sauce. Allesamt Faktoren, die uns diese Curry-Adresse empfehlenswert machten, um sie in "Berlin beißt sich durch" im Imbiss-Kapitel zu empfehlen.

Eine weitere Facette des Konzeptes ließ uns den Kopf schütteln, das Gold auf der Wurst. Ist so etwas nötig? Vermutlich nicht. Schon gar nicht die zugehörige Getränkekreation in der Goldpartikel im Schaumwein schwammen, wie es Großmutter im Danziger Goldwasser kannte.  Diese schicki-micki Aura begeisterte uns nicht, aber da die Wurst mundete, schreckte es von der Berichterstattung auch nicht ab. Zumal in dem vorzüglichen kulinarischen Bändchen "Der Gastronaut", das erste Kapitel vom Kochen mit Gold handelt.

Mittlerweile hat sich dieses Konzept und das überflüssige zugehörige Versprechen einer "total verrückten Currywurst" erledigt. Gerade die Schöneberger brauchten diese fragwürdige Aura eines Konzeptrestaurants nicht, eine gute Currywurst hätte gereicht. Der Erfolg der benachbarten Pizza- und Döner-Anbieter zeigen den Bedarf an schneller Nahrung in dieser Gegend. Aber es ist nun einmal nicht alle Gold, was glänzt.

Nun hat in Räumlichkeiten von Goldkörri ein asiatisches Bistro eröffnet und reicht Nudelgerichte und den gerade immer häufiger angebotenen Bubble Tea. Auf eine ordentliche Currywurst im Nollendorf-Kiez müssen wir weiter warten.

 

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