Berlin wird zur Rum Metropole
|
|
Wie köstlich doch ein Abfallprodukt sein kann. Melasse ist ein solches Abfallprodukt, welches bei der Zuckerherstellung anfällt und aus dem ein Destillat hergestellt wird, das immer mehr Genießer in Deutschland in seinen Bann zieht.
Am zweiten Oktoberwochenende fand nun das Erste Deutsche Rumfestival in Berlin Stadt und lockte zahlreiche Besucher zum Gleisdreieck in die Veranstaltungshallen "Station", um dort die Bandbreite des Zuckerrohrschnapses zu verkosten, oder einem der zahlreichen Vorträge beizuwohnen.
Das Rum Festival war keine reine Fachbesuchermesse. Daher kamen viele Neugierige, um erstmalig mit dem Getränk in Berührung zu kommen. Die komplette Bandbreite stand ihnen zur Verfügung: Weiße und braune Rumsorten von höchster Qualität und in unterschiedlichsten reifestufen; Rhum Agricole, mit h geschrieben und aus den französischen Kolonien stammend. Dieser Rum wird nicht aus Melasse, sondern aus Zuckerrohrsaft destilliert. Aromatisierte Sorten, der sogenannte Spiced Rum, ergänzten das Sortiment ebenso, wie Cachaca aus Brasilien, der Klassiker für einen erfrischenden Caipirinha. Selbstverständlich wurden an etlichen Ständen auch Cocktails zubereitet, die die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Rum in Mixgetränken vor Augen führten. Von tropisch-fruchtigen Tiki-Drinks bis zu klassisch gerührten Old Fashioned Varianten reichte die Auswahl. Einige Produkte feierten gar Deutschland-Premiere auf dem Rum Fest, wie der kraftvolle Rum Fire Overproof aus Jamaica, oder der neue Londoner Party-Rum Wild Geese mit dem markanten kristallenen Totenschädel. Erstmalig war das legendäre Traditionsunternehmen Fee Brothers in Deutschland zu Gast und präsentierte seine unverzichtbaren Cocktail Bitters.
Besondere Höhepunkte bot zum einen das Unternehmen Haromex, welches an seinem Stand eine phänomenale Auswahl an sehr besonderen Rumsorten ausschenkte, wie den klassischen Rum der Britischen Marine, Pussers, oder einen Rum, der gerade im Sturm die Reihen der Geniesser erobert: Opthimus – besonders der 25-jährige sollte einmal verkostet werden. Dazu kamen die leckeren Eigenproduktionen in der Secret-Treasures-Serie. Einen weiteren Höhepunkt stellte der Auftritt von Bacardi da. Allen skeptischen Unkenrufen zum Trotz, bewies die berühmte Traditionsmarke, dass sie in der Lage ist, Spitzenprodukte zu erzeugen, die die Qualität des soliden 8-jährigen Bacardi noch weit übertreffen. Zwei seltene limitierte Editionen wurden dem Publikum präsentiert und ernteten begeisterten Beifall. Die Leute von Havana Club ließen sich von dieser Meldung im Vorfeld anscheinend einschüchtern und verzichteten peinlicherweise auf eine Präsentation auf dem Rum Festival.
Explorise-Autor Peter Eichhorn war eingeladen, der Verkostungs-Jury im Wettbewerb anzugehören und einen Vortrag zum Gelingen der Veranstaltung beizusteuern und bedankt sich an dieser Stelle nochmals bei den Gästen seines Vortrags "Wie der Rum nach Preußen kam" und den vielen positiven Kommentaren.
Alle Bücher