Good Friends verliert Freunde

Normalerweise ist es die Umstellung auf Sommerzeit, die uns eine Stunde klaut. Heute ist es der Betreiber von "Good Friends" an der Charlottenburger Kantstraße. Bislang war dieses Restaurant eine der spannendsten und köstlichsten Empfehlungen für einen nächtlichen Hunger auf feine kantonesische Küche. Ein Highlight in unserem Bericht "Berlin ohne Sperrstunde – Essen nach 24 Uhr" in "Berlin beißt sich durch".  Bis Nachts um zwei Uhr trafen sich hier die Nachtschwärmer, oder diejenigen mit spätem Hunger nach einer Veranstaltung. Sehr oft traf man hier auch weiteres, teils recht prominentes Küchenpersonal aus anderen gastronomischen Einrichtungen, die nach ihrer eigenen Schicht im "Good Friends" noch auf ein nächtliches Süppchen einkehrten.

Nun folgte der Betreiber anscheinend einem nur mittelmäßig begabten Berater und verkürzte seine Öffnungszeit auf ein Uhr. Nur eine Stunde, aber eine entscheidende. Leichtfertig wird auf ein Alleinstellungsmerkmal verzichtet und eine besonders illustre Schar an Stammgästen vergrault. Bemerkenswert unwirsch weisen die Kellner die späten (und neuerdings verspäteten) Gäste ab, indem sie sie auf einen labberigen und angerissenen Zettel an der Eingangstür hinweisen, auf dem die Neuerung in kleinen Buchstaben kundgetan wird.

Eine traurige Entscheidung der Geschäftsführung, die wir zu überdenken anmahnen. So lange gehen wir halt ein paar Schritte weiter ins ebenfalls mit sehr guter kantonesischer Küche aufwartende "Aroma", die uns freundlich noch bis 3 Uhr nachts Einlass und Speise gewähren.

 

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